{"id":181,"date":"2023-01-17T18:37:49","date_gmt":"2023-01-17T18:37:49","guid":{"rendered":"https:\/\/bibelblogplus.ch\/?p=181"},"modified":"2023-01-17T18:37:49","modified_gmt":"2023-01-17T18:37:49","slug":"die-zweite-antithese-wo-ehebruch-anfaengt-und-wie-mann-ihn-vermeidet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bibelblogplus.ch\/index.php\/2023\/01\/17\/die-zweite-antithese-wo-ehebruch-anfaengt-und-wie-mann-ihn-vermeidet\/","title":{"rendered":"Die zweite \u201cAntithese\u201d- wo Ehebruch anf\u00e4ngt, und wie man(n) ihn vermeidet"},"content":{"rendered":"\n<p>Matth\u00e4us 5, 27-30<\/p>\n\n\n\n<p><em>27 Ihr habt geh\u00f6rt, dass gesagt wurde: Du sollst nicht ehebrechen! 28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>29 Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoss gibt, reiss es aus und wirf es von dir. Es ist besser f\u00fcr dich, eines deiner Glieder geht verloren, als dass dein ganzer Leib in die H\u00f6lle geworfen wird. 30 Und wenn deine rechte Hand dich zu Fall bringt, hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser f\u00fcr dich, eines deiner Glieder geht verloren, als dass dein ganzer Leib zur H\u00f6lle f\u00e4hrt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite \u201cAntithese\u201d ist \u00e4hnlich konstruiert wie die erste, einfach k\u00fcrzer. Wieder wird eines der zehn Gebote zitiert, daran anschliessend folgt die Auslegung durch Jesus. &nbsp;Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass mit der \u201cFrau\u201d die Ehefrau eines anderen Mannes gemeint ist. Im Fokus ist somit nicht die Frau allgemein, wie im Laufe der Auslegungsgeschichte manchmal die Versch\u00e4rfung von Jesus nochmals \u201cversch\u00e4rfend\u201d interpretiert worden ist. Hintergrund f\u00fcr die vorliegende, auf den Mann bezogene Formulierung, ist das damalige patriarchal gepr\u00e4gte Recht: \u201cDer Mann kann die eigene Ehe nicht brechen, &nbsp;sondern nur die eines anderen Mannes, indem er mit dessen Frau schl\u00e4ft.\u201d<sup>1) <\/sup>&nbsp;Verurteilt wird deshalb sein \u201cabsichtsvolles Anblicken mit dem Ziel, eine fremde Ehe zu brechen.\u201d<sup>2)<\/sup><sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Recherchen durch die von mir zugezogenen Exegeten zeigen einerseits, dass zahlreiche fromme Juden und ihre Rabbinen damals der Meinung waren, dass die Frauen an sich sozusagen die Wurzel des \u00dcbels seien. Deshalb wurde geraten, man solle sich vor unn\u00f6tigem Kontakt mit ihnen h\u00fcten, nicht unn\u00f6tig mit ihnen reden (nicht einmal mit der eigenen&#8230;), sie nicht zu gr\u00fcssen und eben auch nicht anzuschauen, um sich nicht in Gefahr zu begeben. Diese Haltung hat Jesus sicher nicht unterst\u00fctzt. Das l\u00e4sst sich an seinem Umgang mit Frauen deutlich sehen. Andererseits ist das, was er zum Thema \u201cEhebruch\u201d ausf\u00fchrt, nichts in dem Sinne Neues, dass es nicht im Judentum auch schon gelehrt worden w\u00e4re. Mit den Worten von Wengst: \u201cJesus sagt also in Matth\u00e4us 5,28 nichts Revolution\u00e4res, nichts aufregend Fortschrittliches, sondern mit den religi\u00f6sen Autorit\u00e4ten seiner Zeit und nach &nbsp;ihm im Judentum etwas sehr Schlichtes, aber ebenso Beherzigenswertes und &nbsp;F\u00f6rderliches: nicht die Ehe zu brechen und dem Ehebruch auch da schon &nbsp;nicht Raum zu geben, wo er entsteht: im Herzen.\u201d<sup>3) <\/sup><sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Vers 29-30 wird in aller Regel nicht w\u00f6rtlich verstanden. Da schliesse ich mich an und verstehen die Rede hyperbolisch. Am Beispiel des Auges l\u00e4sst sich das auch gut begr\u00fcnden, denn es ist ja nicht so, dass das Ausreissen eines Auges &#8211; das rechte ist vielleicht genannt, weil rechts als besser angesehen wird als links &#8211; etwas \u201cn\u00fctzt\u201d. Das \u00fcbriggebliebene linke Auge w\u00fcrde dasselbe sehen wie vorher beide zusammen, und es ist nicht so, dass das eine Auge das Objekt seines Sehens selber und anders beurteilt als das andere. Es handelt sich vielmehr um eine \u00e4usserst scharfe Aufforderung, mit allen Mitteln, und seien sie noch so einschneidend, die S\u00fcnde zu vermeiden. Immerhin erfolgt die Warnung vor dem Horizont des j\u00fcngsten Gerichtes, wenn am Schluss von der H\u00f6lle die Rede ist. Auch wenn diese \u201cAntithese\u201d nicht zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft zu werden braucht (siehe oben), verlangt sie doch viel. Die Ehe erscheint als sch\u00fctzenswerte und Respekt gebietende Institution. Das gibt nat\u00fcrlich im heutigen gesellschaftlichen Umfeld zu Fragen Anlass (siehe unter der Rubrik \u201cThesen und Fragen\u201d).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Wengst, a.a.O., S. 92<sup><\/sup><\/li>\n\n\n\n<li>Luz, a.a.O, S. 264<sup><\/sup><\/li>\n\n\n\n<li>a.a.O., S. 95<sup><\/sup><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matth\u00e4us 5, 27-30 27 Ihr habt geh\u00f6rt, dass gesagt wurde: Du sollst nicht ehebrechen! 28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. 29 Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoss gibt, reiss es aus und wirf es von dir. 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